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Co-Working vs. Home-Office: Argumente zur richtigen Arbeitsplatzentscheidung

Zum Zeitpunkt meiner Unternehmensgründung (das ist jetzt erst ein paar Monate her) war für mich klar: entweder ich kann mir einen externen Büroplatz leisten oder ich will nicht Unternehmerin sein! Natürlich habe auch ich die Vor- und Nachteile beider Varianten gegenübergestellt – entschieden hat dann letztendlich nicht der Verstand, sondern das richtige Bauchgefühl. Heute bin ich sehr dankbar, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und nicht nur ein Co-Working Space gefunden habe, sondern eine kreative Bürogemeinschaft die menschlich und fachlich eine unglaubliche Bereicherung für mich ist.

Being home, all alone

Ich hatte das große Glück durch das Unternehmensgründerprogramm am Weg zur Selbstständigkeit unterstützt zu werden. In dieser „Zwischenphase“ habe ich von zu Hause gearbeitet, Vorbereitungen getroffen, erste Kundenkontakte geknüpft und Termine vereinbart. Ich erkannte ganz klar die Vorteile der freien Zeiteinteilung und der Zeitersparnis ins Büro. Gleichzeitig hatte ich immer mehr das Gefühl in meiner Kammer daheim zu versauern (und es waren nur drei Monate!!!). Mir fehlte ganz klar der fachliche Austausch und Impulse von außen – schließlich arbeite ich in der Kreativbranche. Im Angestelltenverhältnis habe ich mir gewünscht ab und zu einmal einen Home-Office Tag einzulegen – aber eben nur ab und zu. Um fokussiert zu arbeiten. Die Geräuschkulisse auszublenden. Mich ganz einer Aufgabe zu widmen.

Gemeinsam statt einsam

In meinem neuen Büro profitiere ich von zwei wesentlichen Vorteilen: zum einen gibt es die drei Jungs die schon viel Erfahrung in der Branche aber auch in der Selbstständigkeit mitbringen. Einen vertrauten Ansprechpartner bei Fragen zu haben erleichtert ungemein. Zum anderen bin ich in der glücklichen Situation, dass die beiden Mädels in meinem Büro ziemlich zeitgleich mit mir ihr Unternehmen gegründet haben und mit denselben Herausforderungen, Unsicherheiten, Ups und Downs zu kämpfen haben wie ich. Glücklicherweise erleben wir unsere zweifelnden Phasen immer abwechselnd, sodass wir uns gegenseitig immer wieder motivieren und aufbauen können. Wenn man Sorgen und Ängste teilt wirken diese sofort kleiner und unbedeutender. Sich verstanden fühlen und zu wissen, dass die anderen dieselben Gedanken hatten oder haben, beruhigt.

Ob die Entscheidung auf ein externes oder doch für das Heimbüro fällt ist wahrscheinlich nicht nur typ-, sondern auch situationsabhängig. Ich habe hier einmal eine Liste von Entscheidungsfaktoren zusammengefasst, die für mich eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Die Entscheidungsfaktoren

Finanzielle Aspekte

Der wirtschaftliche Druck zum Beginn der Selbstständigkeit ist (zumindest im Kopf) ein großer. Immer wieder rechnet man durch was die Auftragsbücher hergeben müssen um die fixen Kosten zu decken. Die Büromiete muss erst einmal verdient werden! Was mir die Entscheidung ein bisschen leichter gemacht hat: es gibt Förderungen für Co-Working Arbeitsplätze, die bestimmte Kriterien erfüllen. Einfach einmal nachfragen!

Neue Impulse

Man muss sich einfach fragen ob Impulse von außen für das eigene Business wichtig sind oder nicht. Wer programmiert bevorzugt vielleicht die ungestörte Arbeitsatmosphäre zu Hause. Für mich war klar: ich brauche Austausch, Ideen und kreative Anstöße.

Vergleich

Wer ein gutes Selbstbewusstsein hat, braucht über diesen Faktor nicht nachzudenken. Ich muss allerdings gestehen, dass ich anfangs ständig im Vergleich mit meinen Kolleginnen war. Ich habe mich nach dem Bürotag schlecht gefühlt, weil mein Telefon nicht so oft geläutet hat, meine Kundentermine nicht so erfolgreich waren und ich noch keinen klaren Plan von meiner Selbstständigkeit hatte.

Trennung Beruf & Privat

Mir war immer bewusst, dass das Ablenkungspotential daheim nicht zu unterschätzen ist, wenn das Büro gleichzeitig das Wohnzimmer ist. Dass es mir aber umgekehrt auch schwer fallen würde nach Feierabend einfach daheim in denselben Räumlichkeiten zu chillen war mir nicht klar. Ich persönlich schätze nicht nur die räumliche Trennung (und Aufbewahrung aller relevanten Unterlagen am Arbeitsplatz), sondern genieße auch die 30 Minuten Radweg zum Büro um in den Arbeitsmodus zu kommen.

Meetingraum

Spätestens wenn man seine Kunden zum Meeting empfangen möchte, stellt sich die Frage ob man das wirklich daheim tun möchte. Natürlich gibt es inzwischen auch externe Meetingräume die man mieten kann, aber es wirkt meiner Meinung nach um einiges professioneller wenn man den Kunden im Büro bzw. im Besprechungsraum einen Kaffee anbieten kann.

Fazit

Ich hab’s wirklich verdammt gut getroffen mit meinem Büro und dem dazugehörigen Inventar (die netten Kollegen die eigentlich ja keine Kollegen sind!!!!!) Je nachdem welche Arbeit ansteht, bleibe ich auch mal daheim und genieße das stille Arbeitsumfeld. Auch den Platz in meinem Lieblingskaffee nutze ich ab und zu als Arbeitsplatz und lasse mich von den Gesprächen der Nebentische inspirieren.

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